10 Alternativen zur Bahn im Nah- und Fernverkehr

Der Prellbock simbolisiert das Ende einer Bahnstrecke. Welche Alternativen gibt es zur Bahn, wenn diese einmal ausfällt?
Hier geht es nicht weiter. Wir benötigen Alternativen zur Bahn!
 Foto: Martin Jäger / pixelio.de

Die Bahn ist zuverlässig, bequem und mit Bahncard oder Sparpreisen auch meistens günstig. Aber manchmal kann es passieren, dass Sie auf andere Verkehrsmittel ausweichen müssen. Wenn die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) wieder zum Streik aufruft, die Züge witterungsbedingt ausfallen, oder bei Bauarbeiten auf der Strecke, werden Busse, Flugzeuge, Mietwagen oder das Fahrrad zu Rettern in der Not. Auch wenn es für die gewünschte Verbindung auf der Schiene keinen Sparpreis mehr gibt, sind Fernbusse oder Mitfahrgelegenheiten eine sinnvolle und günstige Bahn-Alternative.

Alternativen zur Bahn im Nahverkehr

Wenn Sie sich nur in der Stadt oder im Landkreis bewegen, haben Sie eine große Auswahl an Möglichkeiten, falls die S-Bahn oder der RE (Regional-Express) nicht fährt. Die meisten Wege im Nahverkehr haben eine Strecke von unter 6 Kilometern und werden ohne größeres Gepäck zurückgelegt. Deswegen können Sie in der Regel ohne Probleme auf andere öffentliche Verkehrsmittel ausweichen oder das Fahrrad nutzen. Aber auch wenn das nicht möglich ist, kommen Sie an Ihr Ziel.

Busse, U- und Straßenbahnen

In den meisten Städten Deutschlands gibt es ein zuverlässiges und preisgünstiges System von Linienbussen, oftmals ergänzt durch leistungsfähige Straßenbahnen. In vielen Ballungsräumen gehören auch U-Bahnen zum DB-unabhängigen öffentlichen Verkehrssystem. So kommen Sie auch im tiefsten Winter, bei Wind, Regen oder Schnee immer sicher von A nach B.

Fahrrad

Die natürlichste Alternative zur Bahn sind die eigenen Muskeln. Fahrradfahren ist gesund, macht wach und hält fit. Sie können spontan losfahren, und sind innerorts meistens schneller unterwegs als motorisiert. Mit guter Kleidung sind Sie auch wetterunabhängig, außer eventuell im Winter. Und oft gibt es die Möglichkeit, Ihr Rad in U- oder Straßenbahn mitzunehmen und so auch weite Strecken zu überbrücken.

Carsharing

Wenn Sie größere Einkäufe erledigen oder im Winter längere Strecken außerhalb der Bus- und Bahnnetze zurücklegen müssen, bieten sich Carsharing-Systeme an. Die erfolgreichen und schnell wachsenden Dienstleister werden für ihre Kunden immer mehr zur Alternative für das eigene Auto. Als angemeldeter Nutzer können Sie ein Auto einige Minuten oder Stunden sehr günstig entleihen, und sofort nach Gebrauch wieder abgeben, damit der nächste Kunde einsteigen kann. Im klassischen System stehen die Autos an festen Stationen (Bahnhöfe, Parkhäuser etc.) und werden auch dort zurückgegeben. Die Fahrzeuge der neuen sogenannten Free-Floating-Anbieter car2go und DriveNow sind im öffentlichen Straßenraum verteilt und lassen sich über das Smartphone finden und öffnen.

Carsharing lässt sich schon in sehr vielen Städten nutzen. Während die meisten Anbieter fast nur Kleinwagen haben, verfügt der Marktführer DB-Flinkster über mehr als 3.000 Autos aus allen Fahrzeugklassen. Andere größere Carsharing-Unternehmen sind z.B. Stadtmobil, Greenwheels, cambio Carsharing und teilAuto.

Fahrgemeinschaften

Es gibt auch eine andere Möglichkeit, ein Auto zu teilen: Verabreden Sie sich einfach mit Kollegen oder Nachbarn, einen gleichen Weg gemeinsam zu fahren. Sie fahren abwechselnd, z.B. wochenweise, und holen Ihre Mitfahrer ab und bringen Sie wieder nach Hause. So sparen Sie viel Geld bzw. Nerven und lernen auf der Fahrt Ihre Mitmenschen besser kennen.

Taxi

Wenn gar nichts mehr geht, weil die Bahn streikt, kein Bus mehr fährt, Ihr Auto in der Werkstatt ist und das Wetter nicht mitspielt, bleibt das klassische Taxi. Speichern Sie am besten für solche Notfälle die örtliche Taxi-Rufzentrale in Ihr Handy, damit Sie auch nachts immer nach Hause kommen. Da Fahrten mit dem Taxi natürlich ins Geld gehen, ist die Lösung nicht für die alltäglichen Wege geeignet. Aber für Kurzstrecken, z.B. zum nächsten Bahnhof, oder in der Silvesternacht sind Taxis gelegentlich unentbehrlich.

Uber

Seit einigen Monaten macht das Unternehmen Uber weltweit Schlagzeilen. Mit einer innovativen Idee möchten die US-Amerikaner neue Verkehrsangebote schaffen und die lokalen Taxistrukturen herausfordern: Private Autofahrer können sich bei Uber anmelden und anbieten, andere Personen gegen eine Gebühr für einen bestimmten Weg mitzunehmen. Als Nutzer können Sie über eine Smartphone-App Ihren Standort und Fahrtwunsch mitteilen. So finden Fahrer in der Nähe und Fahrgäste zusammen und bilden – je nach Sichtweise – eine spontane Fahrgemeinschaft oder eine genehmigungspflichtige Personenbeförderung. Der Fahrpreis liegt immer unter dem örtlichen Taxiniveau. Uber provoziert und ruft gemischte Reaktionen hervor: Die Firma selbst und Anhänger argumentieren, dass das Angebot verkrustete Monopolstrukturen aufbreche, den Wettbewerb fördere und mit einer innovativen Technik dem Zeitgeist entspreche. Kritiker warnen vor schlecht geschulten Fahrern, fehlenden Versicherungen und dem Preisdumping zu Lasten der Taxifahrer. Einige Behörden in Deutschland haben den Dienst bereits verboten, und mehrere Gerichtsverfahren laufen noch. https://www.uber.com/

Bahn-Alternativen im Fernverkehr

Aber auch bei längeren Wegen müssen Sie im Störungsfall nicht am Bahnhof stehen bleiben. Seit zwei Jahren gibt es ein immer größer werdendes Netz an Fernbus-Linien, und Mitfahrgelegenheiten können Sie auf vielen verschiedenen Internet-Portalen organisieren. Wenn Sie schneller unterwegs sein möchten, gibt es für viele Ziele natürlich auch Flugverbindungen. Oder Sie mieten sich ganz konventionell ein Auto.

Fernbusse

Es gibt inzwischen mehrere große und kleine Fernbus-Anbieter, die intensiv im Wettbewerb stehen und um die Gunst der Kunden werben. Als Fahrgast profitieren Sie von günstigen Preisen und gutem Service. Die größten Unternehmen in diesem jungen Fernverkehrsmarkt sind MeinFernbus FlixBus, Eurolines und ADAC-Postbus. Sie betreiben ein dichtes Netz an Städteverbindungen nicht nur in Deutschland, sondern auch in viele europäische Metropolen. Der IC Bus der Deutschen Bahn und Berlinlinienbus sind kleinere Anbieter, die schwerpunktmäßig bestimmte Regionen oder einzelne Ziele bedienen. Der Service an Bord und der Sitzplatzkomfort sind in der Regel ausgezeichnet. Aber normalerweise sind die Fahrtzeiten deutlich länger als auf der Schiene, und auf vielen Strecken fahren die Busse nur ein oder zwei Mal am Tag.

  • MeinFernbus
  • FlixBus
  • Eurolines
  • ADAC-Postbus
  • IC Bus
  • Berlinlinienbus
  • Bokolina


 

Mitfahrzentralen

Mit organisierten Mitfahrgelegenheiten sind häufig flexibler und unabhängig von den starren Fahrplänen der Fernbus-Anbieter. Auf Internet-Portalen wie mitfahrgelegenheit.de, mitfahrzentrale.de, blablacar.de, fahrgemeinschaft.de oder bessermitfahren.de können Sie entweder als Fahrer freie Plätze in Ihrem Auto anbieten. Oder Sie suchen als Mitfahrer nach Fahrgelegenheiten bzw. geben Ihren Fahrtwunsch an. Auch hier können beide Seiten viel Geld sparen, weil Sie sich die Spritkosten teilen. Außerdem können Sie – wenn Sie möchten – auf der Fahrt nette Gespräche führen und neue Kontakte knüpfen.

Inlandsflüge

Wenn es ganz schnell gehen muss, ist das Flugzeug trotz der ICE-Sprinter noch immer die beste Wahl. Lufthansa, Germanwings, Air Berlin & Co. haben ein dichtes Netz an Flugverbindungen, so dass Sie meistens in der Nähe Ihres Ziels landen können. Buchen Sie am besten so früh wie möglich im Voraus. Sonst kann Ihre Reise auch mit einem Billigflieger teuer werden. Die Treibhausgasemissionen Ihres Fluges können Sie auf Wunsch mit diversen Klimaschutzprojekten ausgleichen.

Mietwagen

Wenn Ihr Ziel dort liegt, wohin kein Bus fährt und kein Flugzeug fliegt, ist die Alternative zur Bahn ein Mietwagen. Wenn Sie mehrere Tage unterwegs sind, viel Gepäck haben, flexibel sein müssen oder mehrere Orte ansteuern, ist ein eigenes Auto auch die günstigste und sinnvollste Variante. Die großen Premiumanbieter Avis, Europcar und Sixt haben Fahrzeuge in allen Größen und stellen oft z.B. auch Transporter zur Verfügung. Sie haben immer hochwertige, kaum gebrauchte Autos im Angebot und sind meistens an großen Bahnhöfen oder Flughäfen zu finden. Aber es gibt auch günstige Alternativen zu den bekannten Marken; meistens lohnt ein Blick ins Internet, um kleine lokale Anbieter zu finden.

Das Wichtigste zu den Bahn-Alternativen zusammengefasst

Wenn bei einem Bahnstreik oder anderen Störungen Ihr Zug nicht fährt, gibt es verschiedene Alternativen. Im Nahverkehr ist das Fahrrad meistens die beste Lösung, aber auch Linienbusse oder U-Bahnen können Sie an Ihr Ziel bringen. Wenn Sie mit dem Auto fahren möchten, bieten sich Fahrgemeinschaften oder Carsharing zum Kosten sparen an. Für besondere Gelegenheiten gibt es auch Taxis oder neuerdings Uber. Auf Reiseverbindungen über weitere Strecken sind Fernbusse eine gut Ausweichmöglichkeit für Bahnfahrer. Einen günstigen Transport können Sie auch über Mitfahrzentralen finden. Wenn es schnell gehen muss, empfiehlt sich ein Inlandsflug, und mit einem Mietwagen sind Sie völlig flexibel.

Schreiben Sie uns gern auch einen Kommentar, welche zusätzlichen Alternativen zur Bahn Sie nutzen oder empfehlen können.

Foto: Martin Jäger / pixelio.de

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